Nezamyslice - Kirche Mariä Himmelfahrt
Nezamyslice war das Zentrum eines weitläufigen Bezirks, den Fürst Bøetislav bereits im Jahr 1045 dem Kloster Bøevnov widmete. Die Äbte von Bøevnov ließen hier eine große Kirche für die örtlichen Verhältnisse errichten, nach der das Dorf im 14. Jahrhundert Weiße Kirche – Alba ecclesia genannt wurde. Der Name Nezamyslice wird als „das Dorf des Nezamysl-Volkes“ erklärt. Nezamyslice blieb bis 1420 im Besitz der Bøevnover Benediktiner. Bis zu diesem Zeitpunkt ernannte das Kloster Mitglieder seines Ordens zum örtlichen Pfarrhaus.
König Zikmund Nezamyslice hatte bereits die Brüder Jan und Vilé von Rýzmberk gestoppt, später kauften sie das Dorf Švihovští von Rýzmberk. Die Kirche von Nezamyslice blickt von ihrem Hügel über einen großen Teich auf die Silhouette von Rabi am Horizont. Das alte Schloss – der Sitz der Familie Švihovský – liegt in Trümmern, während die Kirche in Nezamyslice, der die Familie Švihovský viel Interesse und finanzielle Aufmerksamkeit widmete, immer noch ein Bauwerk in ihrer vollen Schönheit ist. Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Nezamyslice wurde im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut.
Vom ursprünglichen Bau ist nur ein Teil des prismatischen Turms erhalten, das Kirchenschiff ist gotisch. Um das Jahr 1380 wurde die Kirche um einen neuen Chor mit Querschiff und schönem Flammenmaßwerk in den Fenstern erweitert. Den Besucher wird jedoch vor allem das seltene Gewölbe des Kirchenschiffs interessieren, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts verglast wurde, angeblich während der Herrschaft von Švihovský von Rýzmberk. An diesen Wohltäter der Kirche erinnern auch die Wappen auf dem steinernen Altarraum im Presbyterium. Die Dekoration der Kirche stammt größtenteils aus der Barockzeit. Der Hauptaltar ist pseudogotisch und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Entwurf von Josef Mocker geschaffen. Zu den Besonderheiten der Kirche gehört das große mystische Gemälde der Kreuzigung auf dem Seitenaltar des Kirchenschiffs, eine alte Kopie des berühmten Isenheimer Altars des deutschen Spätgotikmalers Grünewald.
Drei große, schöne Glocken aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts sind auch eine bedeutende Erinnerung an die Familie Švihovskás aus Rýzmberk. Zu den Gottesdiensten riefen sie neben den Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Marienanbeter aus nah und fern hinzu. Nezamyslice war vor allem im 17. Jahrhundert ein Ort großer Marienwallfahrten. Das örtliche Marienwunder erklärt das große auf einer Holztafel gemalte Ex-Voto, das die wundersame Rettung der Märtyrerin während des Dreißigjährigen Krieges darstellt.
Quelle: Erläuterungstafel in der Kirche – Vladimír Horpeniak.
