Bìšiny

Bìšiny, ursprünglich Bessin, später Bieschiny oder Biessiny genannt, liegt in einem Tal in der Nähe von Drnové potok. Bìšiny ist antiken Ursprungs, die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1379, als das Dorf Eigentum der feudalen Familie der Herren von Bìšin aus Bìšin war, die hier bis zum 17. Jahrhundert lebte. Danach gehörte Bìšiny den Lamingens aus Albenreuth, und nach den Kocs aus Dobrš gehörte es ab 1678 der Familie Krakow aus Kolowrat und schloss es mit dem Gut Týnec zusammen. Einer der letzten Besitzer des Gutes war Herr Jindøich Kolowrat - Krakovský. Während seiner Herrschaft verfügte das Dorf über eine öffentliche Wasserversorgung und eine Falknerei mit ausgedehnten Übungsplätzen.

Zwischen den Teichen und der Kirche, die ursprünglich eine Burgkapelle war, liegt ein Gutshofareal. Sie ist Teil der noch heute erkennbaren Burg Bìšin, der sogenannten „Neuen Festung“. Ursprünglich befand sich in Bìšine eine feudale Festung, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurde, von dem bis heute das Gebäude des Getreidespeichers des Herrenhauses erhalten ist. Über dem Eingang zum ersten Stock sind die Schilder Koc aus Dobrš und Nebílovský aus Drahobuz angebracht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf diesem Gelände eine Brennerei gegründet. Neben Getreidebränden aus Roggen und Weizen wurde hier in der berühmten Obstbrennerei Bìšinská auch aus heimischen Früchten – Äpfeln, Birnen und Pflaumen – gebraut.

Seit der Gründung des Dorfes wurden Gottesdienste in der gotischen St.-Bartholomäus-Kirche abgehalten, die auf dem gleichnamigen Hügel zwischen Bìšina und Podolí errichtet wurde. 1579 brannte die Kirche ab, 1788 wurde sie aufgelöst, aufgegeben und verfiel mit der Zeit. Heute ist sie eine häufig besuchte Ruine. Nach der Schließung der Kirche wurde der Hauptaltar in die Schlosskapelle in Bìšine, heute Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, verlegt. Der Altar steht noch immer an der Kirchentür. 1995 wurde die Kirche nach dreißigjähriger Pause renoviert.
Auf dem örtlichen Friedhof befindet sich ein Denkmal für 42 Opfer des Todesmarsches aus dem Zweiten Weltkrieg. Es handelte sich um Häftlinge unterschiedlicher Nationalität aus Konzentrationslagern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. In Bìšine wurden mehrere Hütten im unverwechselbaren Stil der Volksarchitektur gebaut. Zwei alte historische Dorfhäuser mit Strohdächern wurden abgebaut und in das Freilichtmuseum der Böhmerwald-Volksarchitektur gebracht, das sich heute im Keller der Staatsburg Velhartice befindet.

Quelle: Informationsbroschüre der Gemeinde Bìšiny


Mapa